17. August 2026

Das Kapuzinerkloster Sursee

Kapuzinerkloster Sursee – Geschichte & Sehenswürdigkeit

Kapuzinerkloster Sursee

Wer durch Sursee spaziert, begegnet auf engem Raum zahlreichen Zeugen einer jahrhundertealten Geschichte. Zu diesen besonderen Orten gehört das Kapuzinerkloster Sursee. Etwas ausserhalb des historischen Stadtkerns gelegen, erinnert die Klosteranlage bis heute an eine Zeit, in der Ordensgemeinschaften das religiöse, gesellschaftliche und kulturelle Leben einer Stadt wesentlich mitprägten.

Mehr als vier Jahrhunderte nach seiner Gründung ist das ehemalige Kapuzinerkloster noch immer ein bemerkenswerter Bestandteil des historischen Sursee.

Die Anfänge des Kapuzinerklosters Sursee

Das erste Kapuzinerkloster in Sursee wurde in den Jahren 1606 bis 1608 errichtet. Der Bau entstand an der Stelle eines damaligen öffentlichen Parks der Stadt.

Die Kapuziner gehörten zu einem Reformzweig des Franziskanerordens. Einfachheit, Bescheidenheit, Seelsorge und die Nähe zur Bevölkerung gehörten zu den wesentlichen Grundgedanken des Ordens. Die Brüder lebten bewusst schlicht und widmeten sich neben dem Gebet insbesondere der Betreuung und Unterstützung der Menschen.

Damit war ein Kapuzinerkloster nicht nur ein religiöser Rückzugsort. Es war über lange Zeit auch ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.

Ein Neubau zu Beginn des 18. Jahrhunderts

Rund hundert Jahre nach der Errichtung des ersten Klosters erfolgte eine grundlegende Veränderung der Anlage.

In den Jahren 1703 bis 1705 wurden die Klosterkirche und das Kloster neu gebaut. Dieser Neubau prägt das Erscheinungsbild der historischen Anlage bis heute.

Eine weitere grössere Veränderung erfolgte 1936, als das Kloster umgebaut und erweitert wurde. Auf diese Weise entwickelte sich die Anlage über Jahrhunderte weiter, ohne ihren ursprünglichen Charakter als schlichtes Kapuzinerkloster vollständig zu verlieren.

Kunstschätze hinter den Klostermauern

Besonders interessant ist der Kreuzgang des Klosters. Dort befindet sich ein historischer Gemäldezyklus über das Leben des heiligen Franziskus.

Die Bilder entstanden bereits vor 1620 und werden dem aus Säckingen stammenden Künstler Beat Jakob Bachmann zugeschrieben. Damit gehören sie zu den ältesten erhaltenen Zeugnissen aus der frühen Zeit des Surseer Kapuzinerklosters.

Auch vor der Klosterkirche befindet sich ein bemerkenswertes historisches Objekt: ein Spätrenaissance-Kreuz aus dem Jahr 1628.

Es erinnert an die Stifter des Klosters, Michael und Katharina Schnyder von Wartensee-Pfyffer, und verbindet die Geschichte der Anlage unmittelbar mit bedeutenden Surseer Familien jener Zeit.

Fast vier Jahrhunderte Kapuziner in Sursee

Über Generationen hinweg gehörten die Kapuziner zum Leben in Sursee.

Ihre Lebensweise war von der franziskanischen Vorstellung geprägt, dass religiöses Leben nicht durch Reichtum oder äussere Pracht bestimmt werden sollte. Gerade die bewusste Einfachheit unterschied die Kapuziner von manchen anderen Ordensgemeinschaften.

Seelsorge, Predigt, soziale Aufgaben und die persönliche Begegnung mit der Bevölkerung gehörten zu ihrem Wirken. Auf diese Weise entstand zwischen dem Kloster und der Region Sursee über viele Generationen eine enge Verbindung.

Erst 1998 endete die eigentliche Klostergeschichte der Kapuziner in Sursee. Die Schweizer Provinz der Kapuziner gab den Standort auf. Die katholische Kirchgemeinde Sursee erwarb daraufhin die historische Klosteranlage.

Damit endete zwar die dauerhafte Präsenz der Ordensbrüder, nicht jedoch die Bedeutung des Gebäudes.

Restaurierung und neue Nutzung

Nach der Übernahme wurde das historische Ensemble sorgfältig erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt.

Von 1999 bis 2002 erfolgte eine Innenrestaurierung, in den Jahren 2004 und 2005 wurde auch der Aussenbereich restauriert.

Heute ist das ehemalige Kapuzinerkloster kein abgeschlossener Ort hinter Klostermauern mehr. Die Anlage wird von der katholischen Pfarrei und der Stadt Sursee genutzt und dient unter anderem der Begegnung, Bildung und Kultur.

Auf diese Weise ist es gelungen, ein bedeutendes historisches Gebäude zu erhalten und gleichzeitig mit neuem Leben zu füllen.

Das Museum der Schweizer Kapuziner

Eine Besonderheit befindet sich heute direkt im ehemaligen Kloster: das Museum der Schweizer Kapuziner.

Das Museum widmet sich der Geschichte und dem Wirken des Ordens. Gemälde, Plastiken, Grafiken, Bücher, Dokumente, Fotografien und weitere historische Zeugnisse geben Einblick in die Welt der Kapuziner.

Thematisiert werden unter anderem die Geschichte des Franziskanerordens und der Schweizer Kapuziner, das Leben in den Klosterzellen, die Tätigkeit in Schule und Seelsorge, die Missionstätigkeit sowie soziale und karitative Aufgaben.

Damit vermittelt das Museum nicht nur die Geschichte eines einzelnen Klosters, sondern gibt einen Einblick in mehrere Jahrhunderte Ordensgeschichte in der Schweiz.

Ein Stück Surseer Geschichte

Das Kapuzinerkloster Sursee steht beispielhaft für den besonderen historischen Reichtum der Stadt.

Sursee war über Jahrhunderte Handelsplatz, Marktstadt, religiöses Zentrum und regionaler Treffpunkt. Gebäude wie das Rathaus, die Stadtkirche St. Georg, der Sankturbanhof und das ehemalige Kapuzinerkloster erzählen noch heute von den unterschiedlichen Epochen dieser Entwicklung.

Gerade diese Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart macht die historische Altstadt und ihre Umgebung so interessant.

Das Kapuzinerkloster ist dabei kein monumentaler Prachtbau. Seine besondere Wirkung liegt vielmehr in seiner zurückhaltenden Architektur, seiner langen Geschichte und der Erinnerung an die Menschen, die hier fast vier Jahrhunderte lebten und wirkten.

Das Kapuzinerkloster Sursee heute

Wer sich für die Geschichte von Sursee interessiert, sollte deshalb auch das ehemalige Kapuzinerkloster kennen.

Mehr als 400 Jahre nach dem Bau des ersten Klosters ist die Anlage weiterhin Teil des öffentlichen und kulturellen Lebens. Das historische Gebäude, der Kreuzgang, die Klosterkirche und das Museum erinnern an eine Epoche, die Sursee nachhaltig mitgeprägt hat.

So ist das Kapuzinerkloster Sursee heute weit mehr als ein ehemaliges Ordenshaus: Es ist ein Stück lebendige Stadtgeschichte und ein kulturelles Zeugnis, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.

(Dieser Inhalt wurde nach bestem Wissen erstellt, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit.)

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Olaf Borchert Geschäftsinhaber
Olaf Borchert ist Inhaber von Münzen Borchert und verantwortlich für Goldankauf Sursee. Seit 1980 beschäftigt er sich mit Münzen, Edelmetallen und numismatischen Sammlungen. Er übernimmt die fachliche Einschätzung von Gold, Silber, Münzen, Schmuck, Barren und weiteren Edelmetallen und steht für eine faire, transparente und diskrete Abwicklung.
In diesem Artikel:
über 400 Jahre Geschichte.
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