Berner Duplonen – kostbare Goldmünzen aus der Zeit der alten Republik Bern
Wer heute eine alte Berner Duplone in den Händen hält, besitzt weit mehr als nur einige Gramm Gold. Diese Münzen stammen aus einer Epoche, in der die Schweiz noch keinen einheitlichen Schweizer Franken kannte und Städte und Kantone eigene Münzen prägen liessen.
Bern gehörte zu den politisch und wirtschaftlich bedeutendsten Orten der Alten Eidgenossenschaft. Entsprechend repräsentativ waren auch seine Goldmünzen. Besonders die Berner Duplonen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts zählen heute zu den eindrucksvollsten Zeugnissen der Schweizer Münzgeschichte.
Was ist eigentlich eine Duplone?
Der Name Duplone, auch Dublone geschrieben, geht auf die Vorstellung eines „doppelten“ Goldstücks zurück. Sprachlich besteht eine Verbindung zum spanischen doblón. In der Schweiz entwickelte sich die Duplone zu einer eigenen Goldmünzbezeichnung und stand zugleich in enger Beziehung zum französischen Louis d’or.
Die schweizerische Duplone wurde später als Goldmünze im Wert von 16 Schweizer Franken gerechnet. Das Schweizerische Nationalmuseum führt beispielsweise Berner Duplonen von 1819 und 1829 ausdrücklich als „Duplone, 16 Schweizer Franken“.
Gold war damals im gewöhnlichen täglichen Zahlungsverkehr deutlich weniger verbreitet als Silber. Grössere Goldmünzen dienten vor allem bedeutenden Zahlungen, dem grenzüberschreitenden Handel und der Vermögensaufbewahrung. Goldmünzen wie Louis d’or, Dukaten und andere internationale Nominale zirkulierten dabei nebeneinander.
Die Berner Duplonen des 18. Jahrhunderts
Besonders interessant sind die Berner Goldprägungen aus den 1790er-Jahren. Aus dieser Zeit sind verschiedene Duplonen-Typen und Jahrgänge bekannt.
Ein typisches Stück wie die Duplone von 1797 besteht aus 900er Gold und wiegt ungefähr 7,65 Gramm. Andere Berner Duplonen dieser Epoche liegen ebenfalls bei rund 7,6 Gramm. Eine Duplone von 1793 wird beispielsweise mit 7,61 Gramm angegeben.
Damit enthalten diese Münzen ungefähr 6,8 bis 6,9 Gramm Feingold.
Doch für Sammler ist der reine Goldwert meistens nur ein Teil der Geschichte.
Der Berner Bär auf Gold
Die Vorderseite vieler Berner Duplonen zeigt das unverwechselbare Berner Wappen mit dem Bären.
Dazu findet sich häufig die lateinische Umschrift:
RESPUBLICA BERNENSIS
Sinngemäss bedeutet dies:
„Republik Bern“
Bei einzelnen Typen erscheint das Berner Wappen in einem gekrönten Schild beziehungsweise einem gekrönten ovalen Wappen, teilweise von Zweigen oder anderem ornamentalem Schmuck begleitet.
Die Darstellung sollte nicht nur die Herkunft der Münze kennzeichnen. Sie war zugleich Ausdruck des Selbstverständnisses und der politischen Macht der damaligen Republik Bern.
„DEUS PROVIDEBIT“ – Gott wird vorsorgen
Eine besonders markante Gestaltung findet sich auf verschiedenen Berner Duplonen mit der lateinischen Devise:
DEUS PROVIDEBIT
oder in zeitgenössischer Schreibweise
DEVS PROVIDEBIT
Die Worte lassen sich mit „Gott wird vorsorgen“, „Gott wird dafür sorgen“ oder sinngemäss „Gott wird es fügen“ übersetzen.
Bei der Duplone von 1797 steht auf der Rückseite ein Krieger in historischer Tracht. Er hält eine Hellebarde sowie ein Rutenbündel mit Axt. Darunter befindet sich die Jahreszahl 1797.
Diese kraftvolle Darstellung macht gerade diesen Typ bei Sammlern besonders attraktiv.
Andere Jahrgänge zeigen abweichende Gestaltungen. Auf einzelnen Duplonen befindet sich beispielsweise die Devise innerhalb eines Kranzes. Die verschiedenen Stempel, Wappenformen, Schriften und Darstellungen machen die Berner Goldprägungen zu einem ausgesprochen interessanten Sammelgebiet.
Duplone, Halbduplone und Doppelduplone
Die Berner Münzprägung beschränkte sich nicht ausschliesslich auf die einfache Duplone.
Bekannt sind unter anderem:
- ½ Duplone
- 1 Duplone
- 2 Duplonen beziehungsweise Doppelduplonen
Eine Berner Halbduplone von 1797 wiegt beispielsweise rund 3,82 Gramm, während Doppelduplonen ungefähr das doppelte Gewicht einer einfachen Duplone erreichen.
Gerade bei den grösseren Goldnominalen entstanden Münzen, die schon zu ihrer Entstehungszeit einen beträchtlichen Wert verkörperten.
1798 – das Ende einer Epoche
Die Berner Goldmünzen der 1790er-Jahre entstanden unmittelbar vor einem einschneidenden politischen Umbruch.
Im Jahr 1798 marschierten französische Truppen in die Alte Eidgenossenschaft ein. Das alte politische System brach zusammen und die Helvetische Republik entstand.
Damit endete jedoch die Geschichte der Berner Duplone noch nicht vollständig.
Nach der napoleonischen Zeit wurden erneut Berner Goldmünzen geprägt. Das Schweizerische Nationalmuseum dokumentiert beispielsweise eine Berner Duplone von 1819, eine weitere von 1829 sowie eine Doppelduplone von 1837. Auch diese Münzen zeigen das Berner Wappen und teilweise wieder den stehenden Krieger.
Die Berner Duplone verbindet somit gleich mehrere Epochen der Schweizer Geschichte miteinander.
Warum sind Berner Duplonen heute so gesucht?
Bei historischen Goldmünzen ist der Wert nicht allein vom Goldpreis abhängig.
Eine seltene Berner Duplone kann einen erheblichen numismatischen Sammlerwert besitzen. Entscheidend sind insbesondere:
Jahrgang und Variante: Manche Jahrgänge oder Stempelvarianten kommen erheblich seltener vor als andere.
Erhaltungszustand: Scharfe Details, ursprüngliche Oberflächen und wenig Umlaufspuren können den Wert deutlich beeinflussen.
Seltenheit: Bei einzelnen Varianten sind heute nur wenige Exemplare bekannt.
Henkel- oder Schmuckspuren: Historische Goldmünzen wurden früher häufig zu Schmuck verarbeitet. Eine entfernte Öse oder Fassung kann den Sammlerwert reduzieren.
Reinigung: Stark gereinigte oder polierte Münzen verlieren häufig einen erheblichen Teil ihres numismatischen Wertes.
Echtheit: Gerade bei wertvollen Goldmünzen ist eine fachkundige Prüfung unerlässlich.
Provenienz: Eine alte Sammlung oder eine dokumentierte Herkunft kann bei bedeutenden Stücken ebenfalls interessant sein.
Eine alte Duplone niemals reinigen
Wer eine Berner Duplone in einer Sammlung, einem Nachlass oder einer Schublade entdeckt, sollte die Münze nicht reinigen oder polieren.
Auch dunkle Stellen, leichte Ablagerungen oder eine vermeintlich „schmutzige“ Oberfläche sollten möglichst unverändert bleiben.
Was für einen Laien wie eine Verbesserung aussieht, kann für einen Münzsammler eine Beschädigung der ursprünglichen Oberfläche darstellen.
Eine jahrhundertealte Goldmünze sollte deshalb möglichst nur am Rand angefasst und bis zur Begutachtung sicher aufbewahrt werden.
Goldwert und Sammlerwert sind zwei verschiedene Dinge
Gerade bei historischen Berner Goldmünzen ist eine ausschliessliche Berechnung nach Gewicht und aktuellem Goldkurs häufig nicht ausreichend.
Eine gewöhnliche Goldmünze kann sich wertmässig relativ nahe an ihrem Edelmetallwert bewegen. Bei einer seltenen Duplone kann dagegen der historische und numismatische Wert ein Mehrfaches des reinen Goldwertes betragen.
Deshalb sollten alte Schweizer Goldmünzen vor einem Verkauf immer genau bestimmt werden.
Jahrgang, Münztyp, Stempelvariante und Erhaltung können einen entscheidenden Unterschied ausmachen.
Berner Duplonen beim Goldankauf in Sursee
Historische Goldmünzen tauchen immer wieder in alten Münzsammlungen, Nachlässen oder Familienschatullen auf. Nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, ob es sich lediglich um eine Goldmünze mit Materialwert oder um eine seltene numismatische Ausgabe handelt.
Bei Goldankauf Sursee betrachten wir historische Schweizer Goldmünzen deshalb nicht ausschliesslich nach Gewicht und Goldgehalt. Gerade ältere Kantons- und Stadtprägungen sollten zuerst fachgerecht bestimmt und auf einen möglichen Sammlerwert geprüft werden.
Besitzen Sie eine Berner Duplone, Doppelduplone, Halbduplone oder eine andere historische Schweizer Goldmünze, lohnt sich eine genaue Begutachtung.
Denn manchmal steckt hinter wenigen Gramm Gold ein bemerkenswertes Stück Schweizer Geschichte.
Kurz erklärt: Berner Duplone
Herkunft: Bern, Schweiz
Epoche: vor allem spätes 18. und frühes 19. Jahrhundert
Material: Gold
Typisches Gewicht einer Duplone: ca. 7,6 Gramm
Feingehalt bei vielen Ausgaben: etwa 900/1000
Typische Motive: Berner Wappen, stehender Krieger, Hellebarde und Fasces
Bekannte Umschrift: RESPUBLICA BERNENSIS
Bekannter Wahlspruch: DEUS PROVIDEBIT
Historischer Wert: 16 Schweizer Franken bei späteren Ausgaben
Heutiger Wert: abhängig von Goldpreis, Jahrgang, Seltenheit und Erhaltung.
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