20. August 2026

5 Franken 1850 bis 1967 & 1969

Schweizer 5-Franken-Silbermünzen 1850–1967 und 1969

Der Schweizer Fünfliber aus Silber – Jahrgänge, Auflagen und Seltenheiten

Der Schweizer Fünfliber gehört zu den bekanntesten Münzen der Schweiz. Die ersten 5-Franken-Stücke des jungen Bundesstaates wurden bereits 1850 geprägt. Über mehr als ein Jahrhundert veränderten sich Motiv, Grösse, Gewicht und Silbergehalt mehrfach.

Für Sammler sind insbesondere die frühen Jahrgänge und die teilweise sehr kleinen Prägeauflagen interessant. Andere Fünfliber werden dagegen hauptsächlich aufgrund ihres Silbergehalts gehandelt.

Eine Besonderheit stellt der Jahrgang 1969 dar: Obwohl die Schweizer Frankenmünzen bereits ab 1968 grundsätzlich auf Kupfer-Nickel umgestellt wurden, erschien der Fünfliber 1969 nochmals in Silber.

Technische Übersicht

Jahr

Gewicht

Silber
gehalt
Feinsilber

Durchm.

1850–192825.0 g0.90022.50 g37 mm
1931–1967 + 196915.0 g0.83512.52 g31 mm
196813.2 gKupfer-Nickelkein Silber31 mm

Damit enthält ein alter Fünfliber des Grossformats von 1850 bis 1928 22,50 Gramm Feinsilber. Die kleineren Silberfünfliber ab 1931 enthalten 12,525 Gramm Feinsilber.

5 Franken diverse Jahrgänge MuenzenBorchert.ch

 

1. Sitzende Helvetia – 1850 bis 1874

Die ersten Schweizer 5-Franken-Stücke zeigen die Sitzende Helvetia. Der Entwurf stammt von Friedrich Fisch aus Aarau, Modell und Gravur von Antoine Bovy aus Genf.

Die Münzen wiegen 25 Gramm und bestehen aus Silber 900/1000.

Die Jahrgänge 1850 und 1851 wurden in Paris geprägt und tragen das Münzzeichen A. Swissmint weist für beide Jahrgänge zusammen 500’000 Exemplare aus und hält fest, dass ungefähr die Hälfte die Jahrzahl 1850 und die andere Hälfte die Jahrzahl 1851 trägt.

1873 erfolgte die Prägung in Bern. Beim Jahrgang 1874 wurde ein Teil der Auflage in Bern und ein weiterer Teil in Brüssel hergestellt. Stücke aus Brüssel erkennt man am Münzzeichen B. mit Punkt.

Auflagen Sitzende Helvetia

Jahrgang Münzzeichen Auflage
1850 A ca. 250’000*
1851 A ca. 250’000*
1873 B 30’000
1874 B / B. 1’596’000 gesamt

* Swissmint gibt für 1850 und 1851 zusammen 500’000 Stück an. Von jedem Jahrgang wurde ungefähr die Hälfte geprägt.

Besonders interessant ist der 5 Franken 1873 mit einer offiziellen Auflage von lediglich 30’000 Stück.

Extrem seltene Probestücke beziehungsweise Spezialprägungen aus anderen Jahren sind von der regulären Umlaufserie zu unterscheiden und sollten fachkundig beurteilt werden.

 

2. Helvetiakopf – 1888 bis 1916

1888 erhielt der Fünfliber ein vollständig neues Erscheinungsbild. Swissmint bezeichnet das Motiv als Helvetiakopf.

Das Modell der Bildseite stammt von Karl Schwenzer aus Stuttgart, die Wertseite von Christian Bühler aus Bern. Die Münzen wurden weiterhin aus Silber 900/1000 hergestellt und wiegen 25 Gramm.

Sämtliche regulären Jahrgänge und Auflagen

Jahrgang Auflage
1888 25’000
1889 225’000
1890 305’000
1891 150’000
1892 190’000
1894 34’000
1895 46’000
1896 2’000
1900 33’000
1904 40’000
1907 277’000
1908 200’000
1909 120’000
1912 11’000
1916 22’000

Nicht jedes Jahr zwischen 1888 und 1916 wurde ein Fünfliber geprägt. Die Tabelle enthält deshalb bewusst nur die tatsächlich ausgegebenen regulären Jahrgänge.

Der seltene 5 Franken 1896

Mit einer offiziellen Auflage von lediglich 2’000 Exemplaren gehört der Jahrgang 1896 zu den bedeutendsten Schlüsseljahrgängen der Schweizer 5-Franken-Serie.

Auch die Jahrgänge 1912 mit 11’000 Stück, 1916 mit 22’000 Stück und 1888 mit 25’000 Stück weisen aussergewöhnlich niedrige Auflagen auf.

Bei diesen Münzen kann der Sammlerwert den reinen Silberwert deutlich übersteigen.

 

3. Grosser Hirtenkopf-Fünfliber – 1922 bis 1928

1922 wurde das bis heute bekannte Grundmotiv des Schweizer Fünflibers eingeführt.

Es zeigt einen Alphirten. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme handelt es sich ausdrücklich nicht um Wilhelm Tell. Das Modell stammt vom Schweizer Künstler Paul Burkhard.

Die grossen Hirtenkopf-Fünfliber besitzen weiterhin:

  • Gewicht: 25,00 g

  • Silber: 900/1000

  • Feinsilbergehalt: 22,50 g

  • Durchmesser: 37 mm

Jahrgänge und Auflagen

Jahrgang Auflage
1922 2’400’000
1923 11’300’000
1924 182’000
1925 2’830’000
1926 2’000’000
1928 24’000

Der Jahrgang 1928 ist mit nur 24’000 Exemplaren der klare Schlüsseljahrgang dieses Münztyps.

Auch der Jahrgang 1924 mit 182’000 Stück ist wesentlich seltener als die übrigen Jahrgänge.

 

 

4. Der kleine Silber-Fünfliber – 1931 bis 1967 und 1969

1931 wurde der Fünfliber verkleinert. Das Motiv des Alphirten blieb grundsätzlich erhalten, Gewicht und Silbergehalt wurden jedoch reduziert.

Technische Daten

Gewicht: 15,00 g
Durchmesser: 31 mm
Silbergehalt: 835/1000
Feinsilbergehalt: 12,525 g
Münzstätte: Bern
Münzzeichen: B
Randschrift: DOMINUS PROVIDEBIT mit Sternen

Auch bei diesem Fünfliber zeigt die Bildseite einen Alphirten und nicht Wilhelm Tell.

Sämtliche regulären Silberjahrgänge

Jahrgang Auflage
1931 3’520’000
1932 10’580’000
1933 5’900’000
1935 3’000’000
1937 645’000
1939 2’197’000
1940 1’601’000
1948 416’000
1949 407’000
1950 482’000
1951 1’096’000
1952 155’000
1953 3’403’000
1954 6’600’000
1965 5’021’000
1966 9’016’000
1967 13’817’000
1969 8’637’000

Zwischen 1955 und 1964 wurde kein regulärer 5-Franken-Umlaufjahrgang dieses Typs geprägt.

Auch in verschiedenen früheren Jahren fehlt eine reguläre Umlaufprägung. Dies ist kein Fehler in der Tabelle.

 

5 Franken 1952 – Schlüsseljahrgang des kleinen Silberfünflibers

Mit nur 155’000 Exemplaren besitzt der Jahrgang 1952 die niedrigste Auflage der regulären kleinen Silberfünfliber.

Gut erhaltene Exemplare sollten deshalb nicht lediglich zum Silberpreis bewertet werden. Je nach Erhaltung kann ein numismatischer Mehrwert vorhanden sein.

Weitere vergleichsweise niedrige Auflagen besitzen unter anderem:

  • 1949 – 407’000 Stück

  • 1948 – 416’000 Stück

  • 1950 – 482’000 Stück

  • 1937 – 645’000 Stück


Warum ist der Fünfliber 1969 noch aus Silber?

1968 stellte die Schweiz die bisherigen Silbermünzen weitgehend auf Kupfer-Nickel um. Hintergrund war der starke Anstieg des Silberpreises.

Beim Fünfliber war die Situation allerdings anders. Im Verhältnis zum Nennwert enthielt er weniger Silber als der Halb-, Ein- und Zweifranken.

Deshalb wurden 1969 nochmals 5-Franken-Stücke aus 835er Silber hergestellt und in Umlauf gebracht.

Die Auflage des Silberfünflibers 1969 beträgt:

8’637’000 Stück

Damit ist 1969 der letzte reguläre Schweizer Fünfliber aus Silber.

Einfach zu merken

1967 = Silber
1968 = Kupfer-Nickel
1969 = nochmals Silber
ab 1970 = Kupfer-Nickel

Der Kupfer-Nickel-Fünfliber von 1968 wiegt zudem nur 13,20 Gramm, während der Silberfünfliber von 1969 15 Gramm wiegt.

 

Die wichtigsten seltenen Jahrgänge

Betrachtet man die offiziellen Prägezahlen der regulären Umlaufmünzen, fallen insbesondere folgende Jahrgänge auf:

Jahrgang Auflage
1896 2’000
1912 11’000
1916 22’000
1928 24’000
1888 25’000
1873 30’000
1900 33’000
1894 34’000
1904 40’000
1895 46’000
1952 155’000
1924 182’000

Eine niedrige Auflage bedeutet allerdings nicht automatisch einen bestimmten Marktwert. Entscheidend sind unter anderem die tatsächliche Seltenheit am Markt, Erhaltung, Prägequalität und Nachfrage.

 

Silberwert oder Sammlerwert?

Bei häufigen Schweizer Silberfünflibern orientiert sich der Ankaufspreis häufig stark am aktuellen Silberpreis.

Bei seltenen Jahrgängen kann dagegen ein erheblicher numismatischer Sammlerwert vorhanden sein.

Vor einem Verkauf sollten insbesondere folgende Jahrgänge genauer geprüft werden:

1873, 1888, 1894, 1895, 1896, 1900, 1904, 1912, 1916, 1924, 1928 und 1952.

Auch besonders gut erhaltene Exemplare häufiger Jahrgänge können einen Aufpreis erzielen.

Wichtig bei der Bewertung

Der Wert einer Münze wird nicht allein durch die Jahrzahl bestimmt. Entscheidend sind unter anderem:

  • Erhaltungsgrad

  • Originaloberfläche

  • Stempelglanz

  • Patina

  • Kratzer und Randverletzungen

  • Reinigung oder Politur

  • Echtheit

  • Seltenheit der Variante

  • aktuelle Nachfrage am Sammlermarkt

Historische Silbermünzen sollten möglichst nicht gereinigt oder poliert werden. Eine Reinigung kann den Sammlerwert deutlich reduzieren.

 

Offizielle Schweizer 5-Franken-Gedenkmünzen aus Silber

Neben den regulären Fünflibern gab die Schweiz zwischen 1936 und 1963 mehrere offizielle 5-Franken-Gedenkmünzen aus Silber heraus.

Sie bestehen ebenfalls aus Silber 835/1000, wiegen 15 Gramm und besitzen einen Durchmesser von rund 31 mm.

Jahr Anlass Auflage
1936 Wehranleihe 200’000
1939 600 Jahre Schlacht bei Laupen 30’600
1941 Bundesfeier 100’150
1944 500 Jahre Schlacht bei St. Jakob 101’680
1948 100 Jahre Bundesverfassung 500’400
1963 100 Jahre Rotes Kreuz 623’000

Diese Gedenkmünzen sind von den regulären Umlaufjahrgängen getrennt zu betrachten.

Hinweis zum sogenannten Landitaler 1939

Der bekannte Landitaler der Schweizerischen Landesausstellung 1939 in Zürich wird gelegentlich zusammen mit den Schweizer 5-Franken-Gedenkmünzen aufgeführt.

Er war jedoch keine offizielle Gedenkmünze der Eidgenossenschaft. Es handelt sich um eine private Prägung, die während der Landesausstellung für eine begrenzte Zeit als Zahlungsmittel verwendet werden konnte.

Er sollte deshalb nicht mit dem offiziellen 5-Franken-Gedenktaler zur Schlacht bei Laupen von 1939 verwechselt werden.

 

Fazit

Die Schweizer 5-Franken-Silbermünzen verbinden Edelmetallwert mit mehr als hundert Jahren Schweizer Münzgeschichte.

Während häufige Fünfliber heute vielfach nahe am Silberwert gehandelt werden, können seltene Jahrgänge einen erheblichen Sammlerwert besitzen. Besonders wichtig sind die niedrigen Auflagen von 1896, 1912, 1916, 1928 und weiteren Schlüsseljahrgängen.

Wer eine Sammlung, einen Nachlass oder einzelne alte Fünfliber besitzt, sollte seltene Jahrgänge deshalb vor einem Verkauf fachkundig beurteilen lassen.

 

Quellenhinweis

Die technischen Angaben, Prägezeiträume, Prägezahlen und Angaben zu den Gestaltern wurden anhand der offiziellen Veröffentlichungen der Eidgenössischen Münzstätte Swissmint, insbesondere der Prägeliste 2026 – Prägungen von Schweizer Münzen ab 1850 sowie der numismatischen Informationen von Swissmint, überprüft.

(Dieser Inhalt wurde nach bestem Wissen erstellt, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit.)

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Olaf Borchert Geschäftsinhaber
Olaf Borchert ist Inhaber von Münzen Borchert und verantwortlich für Goldankauf Sursee. Seit 1980 beschäftigt er sich mit Münzen, Edelmetallen und numismatischen Sammlungen. Er übernimmt die fachliche Einschätzung von Gold, Silber, Münzen, Schmuck, Barren und weiteren Edelmetallen und steht für eine faire, transparente und diskrete Abwicklung.
In diesem Artikel:
Alle Jahrgänge mit Auflagen, Silbergehalt und Feingewicht, Seltenheiten und Schlüsseljahrgängen.
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